Situation in Afghanistan

  • Todesstrafe: nicht abgeschafft
  • Lebenserwartung: 44,6 Jahre
  • Kindersterblichkeit (m/w): 233/238 pro 1000 Lebendgeburten
  • Alphabetisierungsrate: 28 %

Bewaffnete Auseinandersetzungen und damit verbundene Menschenrechtsverletzungen nahmen im gesamten Land zu, auch in den bislang als relativ sicher geltenden Gebieten im Norden und Westen. Nach Angaben der beratenden Organisation Afghanistan NGO Security Office (ANSO) wurden 2010 2428 Zivilpersonen im Zuge des Konflikts getötet; für die meisten Fälle wurden die Taliban und andere bewaffnete oppositionelle Gruppen verantwortlich gemacht. Die Zahl der Zivilpersonen, die von Taliban ermordet oder hingerichtet wurden, weil sie angeblich die Regierung »unterstützt « oder für die internationalen Streitkräfte »spioniert« hatten, nahm deutlich zu. Die zunehmende Gewalt der Aufständischen führte dazu, dass Menschenrechtsverstöße weit verbreitet waren. Vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts und in Anbetracht der Tatsache, dass es in Afghanistan kein funktionierendes Justizsystem gab, forderte Amnesty International den Internationalen Internationalen Strafgerichtshof auf, Ermittlungen zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzunehmen. Die internationale Gemeinschaft diskutierte vermehrt darüber, ihre militärische Präsenz in Afghanistan zu beenden. In der afghanischen Bevölkerung wurde zunehmend bezweifelt, dass es der Regierung und den internationalen Sicherheitskräften gelingen würde, die Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten und grundlegende Versorgungsleistungen sicherzustellen. In den meisten ländlichen Gebieten hatten die Menschen nach wie vor praktisch keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildungseinrichtungen und humanitären Hilfsleistungen. Dies betraf vor allem die Regionen im Süden und Südosten des Landes, die am stärksten von dem bewaffneten Konflikt betroffen waren. 1)

Mehr als ein Drittel der Asylsuchenden, die im Jahr 2011 einen Asylantrag stellten, kamen aus der Russischen Föderation oder aus Afghanistan. 2)

Quellen:

1) Amnesty International Report 2011. Zur weltweiten Lage der Menschenrechte, S.53
2) Statistik Austria: Siehe: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/wanderungen/asyl/022914.htm

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Amnesty International Graz Aktivismus Gruppe